Wie können Frauen und weiblich gelesene Personen im Medieval Combat langfristig unterstützt und sportlich entwickelt werden? Und wie können sie stärker in Training und Vereinsleben eingebunden werden? Mit diesen Fragen beschäftigte sich der VgVK Wien im Erasmus+ Sport-Projekt „Enhancing Medieval Combat Training for Women through Cross-Border Exchange and Job Shadowing“.
Lernen durch europäischen Austausch
Im Rahmen mehrerer Mobilitäten und Job-Shadowings tauschten sich unsere Teilnehmer:innen mit Vereinen, Trainer:innen und Sportler:innen in Deutschland aus. Die Lernreisen führten nach München, Florstadt, Osnabrück, Ingolstadt und Nürnberg.
Dabei standen unterschiedliche Themen im Mittelpunkt. Dazu gehörten Frauen-Wettkämpfe, gender-sensitives Coaching sowie Onboarding und Retention. Außerdem beschäftigten wir uns mit inklusiven Trainingsmethoden, Safeguarding und Vereinsentwicklung. Darüber hinaus spielte women-led Leadership eine wichtige Rolle.
Eine zentrale Erkenntnis wurde dabei besonders deutlich: Nachhaltige Frauenförderung ist keine einzelne Maßnahme. Vielmehr betrifft sie die gesamte Qualität von Training, Vereinskultur, Organisation und Zugang.
Was Frauen nachhaltig im Sport hält
Zunächst sind strukturierte Einstiegsmöglichkeiten und Mentoring besonders wichtig. Ebenso braucht es geeignete Ausrüstung und respektierte persönliche Grenzen. Sichtbare weibliche Vorbilder können zusätzlich neue Entwicklungsmöglichkeiten aufzeigen.
Auch die Infrastruktur spielt eine wichtige Rolle. Trainingsorte sollten gut erreichbar sein und ausreichend Privatsphäre bieten. Wo getrennte Umkleide- oder Rückzugsmöglichkeiten fehlen, sollte dies deshalb vorab klar kommuniziert werden.
Women-only-Trainings können gerade beim Einstieg wertvolle Räume schaffen. Dort können Fragen gestellt und Erfahrungen ausgetauscht werden. Gleichzeitig stärken solche Formate Selbstvertrauen und Vernetzung.
Langfristig sollen diese Angebote jedoch nicht vom regulären Training trennen. Stattdessen können die gewonnenen Erfahrungen die Qualität des gesamten Trainingsbetriebs verbessern.
Methoden übertragen, nicht einfach kopieren
Auch der Austausch mit HEMA brachte wertvolle Impulse. Gleichzeitig wurde deutlich, dass HEMA und Medieval Combat unterschiedliche Sportarten sind. Sie unterscheiden sich unter anderem in Herkunft, Bewegungsformen, Zielen, Regeln und Governance-Strukturen.
Dennoch können Methoden aus anderen Sportarten inspirieren. Entscheidend ist jedoch, sie an die jeweilige Sportlogik anzupassen. Auf diese Weise können neue Ideen übernommen werden, ohne die Besonderheiten der eigenen Sportart aus dem Blick zu verlieren.
Die Learnings als Handout
Die wichtigsten Ergebnisse haben wir nun in einem kompakten Best-Practice-Handout zusammengefasst. Darin finden sich außerdem konkrete Handlungsempfehlungen für Vereine.
Das Handout steht sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch zur Verfügung. Damit möchten wir auch anderen Vereinen praktische Impulse für inklusive und nachhaltige Trainings- und Vereinsstrukturen geben.
Downloads:
→ Handout „Frauen im Medieval Combat nachhaltig stärken“ – Deutsch (PDF)
→ Handout „Sustainably Strengthening Women in Medieval Combat“ – English (PDF)
Das Projekt wurde durch das Programm Erasmus+ Sport der Europäischen Union gefördert.

